Wir schreiben das Jahr 1683: Die Türken ziehen aus Wien ab: Was bleibt? Die Kaffeebohne. Sie sorgt für die Entwicklung der Kaffeehauskultur, die aus Wien genauso wenig wegzudenken ist wie die Mozart-Kugeln. Auch im Burgenland ist Kaffee ein beliebtes Getränk, wie schon das beliebte Kaffeeservice „Burgenland“ der Marke Villeroy und Boch vermuten lässt. Kaffeevollautomaten gehören genauso in die Küche eines Österreichers wie die Skiausrüstung in den Schrank.

Damit man weiß, auf was man sich bei österreichischem Kaffee einlässt, sollen folgende Erläuterungen Licht ins Dunkeln bringen. In der Regel bekommt man in Österreich seinen Kaffee mit einem Glas Wasser serviert.

Unter einem „Kleinen Schwarzen“ meint man nicht die Abendgarderobe der Wiener Dame, sondern einen Mokka in kleiner Schale. Ein „Kleiner Brauner“ meint einen Mokka in kleiner Schale, der mit Kaffeeobers (Kaffeesahne) serviert wird. Ein Wiener Melange ist ein Mokka der mit warmer Milch und Milchschaum verlängert wurde. Ein „verkehrter Kaffee“ meint zu deutsch den Milchkaffee. Ein Einspänner meint einen Mokka mit Schlagsahne, serviert in einem Einspännerglas mit Staubzucker. Wenn man in Österreich einen Kapuziner bestellt, erhält man einen doppelten Mokka mit Schlagsahne. Bei der Bestellung eines Fiakers erhält man Mokka mit Rum zusammen.

Als Besucher sollte man ruhig den Mut aufbringen, die freundlichen Kellner in den gemütlichen Kaffeehäusern um ihren Rat zu fragen. Schließlich ist die Wiener Kaffeehauskultur zunächst nicht auf den ersten Blick nicht so einfach zu durchschauen. Zentral für die Atmosphäre in einem Kaffeehaus ist die Tatsache, hier stundenlang zu verweilen, zu lesen und sich zu amüsieren. Ein wichtiger Meilenstein der Kaffeehauskultur war das erste Konzertcafé, welches von Diegand im Jahre 1788 eröffnet wurde und Kultstatus erlangte. Große Namen wie Mozart, Beethoven und Strauß waren hier vertreten.

Auch die Kaffeehausliteratur wurde im frühen 20. Jahrhundert zum Kult. Das Kaffeehaus als Treffpunkt wurde immer beliebter; die Atmosphäre hier schien ein regelrechtes kreatives Potential zu entwickeln. Ein Muss zum Kaffee sind natürlich die österreichischen Spezialitäten und die Tortenvielfalt! Man braucht prinzipiell nur ein rares Gut, um sich im Kaffeehaus wohl zu fühlen: nämlich Zeit. Möglichst viel davon, um die Kaffeehausatmosphäre zu genießen. Schließlich muss man sich auch mal etwas gönnen.